>

Wenn du glaubst, schon alles gesehen zu haben – Karijini Nationalpark

Karijini Nationalpark, Australien – Mai 2015



Unsere Liebe Westaustraliens gegenüber ist unermesslich. Es hat uns von Anfang ein Gefühl des Ankommens, des Zuhauseseins gegeben und uns mit seiner Schönheit überwältigt. 

Western Australia, oft als das "ursprüngliche Australien" bezeichnet, hat alles, was sich Naturliebhaber wünschen. Es ist ein bisher wenig entdecktes Paradies mit unendlichen Weiten und einer weitgehend unberührten und vielfältigen Natur. Da findest du bizarre Felsformationen, weitläufige Schluchten, urzeitliche Korallenriffe, schneeweiße Buchten, meterhohe Steilklippen, weltberühmte Weinanbaugebiete und einzigartige Regenwälder. 

Wie soll man bei so vielen schönen Orten seine Favoriten benennen? Quasi unmöglich. Denn eines kann ich dir verraten, in West Australia ist alles wunderschön und sehenswert. Und doch gibt es zwei Attraktionen, die uns ganz besonders umgehauen haben: Die Gibb River Road und der Karijini Nationalpark. 
Lange Rede, kurzer Sinn: der Karijini Nationalpark ist ein Must-See! Weshalb? Auf 6200km² gibt es nichts, was nicht beeindruckend wäre. Weitläufige Schluchtensysteme durchziehen den uralten Gebirgszug, die verschiedenen Geseteinsschichten glitzern im Sonnenlicht in Gelb- und Rottönen und kristallklare Wasserfälle laden zu einer Abkühlung ein. 



Zu den Fakten
Wann geöffnet?
Ganzjährig. Eventuell zeit- und teilweise Sperrung bei starkem Regen.
Wann am schönsten?
Kurz nach der Regenzeit. Alles grünt und blüht, Wasserfälle und Pools sind voll.
2WD oder 4WD?
Die Straßen sind fast ganzjährig in gutem Zustand. Ein Geländewagen ist nur an wenigen Stellen und eventuell während der Regenzeit erforderlich.
Eintrittsgebühr?
A$10 pro Auto pro Tag .
Übernachtung?
Von einfachen Campingplätzen (A$10 p. P.) über "Dorm-Zelte" bis hin zu luxeriösen "Safarizelten" ist alles vertreten. 
Verpflegung?
Restaurant und Kiosk vorhanden, allerdings teuer. Am besten vor der Anreise mit allem Nötigen eindecken.


Was muss ich sehen?
Ich halte mich zurück und schreibe nicht "Alles". Ich bin ja vernünftig. Doch unter uns gesagt, die Wahl ist nicht besonders einfach. Jede Schlucht hat in Millionen von Jahren ihren eigenen Charakter herausgebildet und präsentiert sich einzigartig mit teils engen, teils weiten Schluchten, mit malerischen Wasserfällen und Pools und mit einem unglaublichen Farbenspiel des leuchtenden, mehrschichtigen Sandsteins.

Dales Gorge 
Highlights: Fortescue Falls, Circular Pool, Fern Pool
Ein ca. 4 km langer Rundweg gibt dir den besten Einblick in diese Schlucht. Du beginnst am Fortescue-Parkplatz und bahnst dir deinen Weg zum 25 m hohen Fortescue-Wasserfall. Der Abstieg ist leicht zu bewältigen und so stehst du in nur wenigen Minuten vor dieser Schöhnheit. Die Fortescue-Falls werden von einer Quelle gespeist und lassen so das ganze Jahr hindurch Wasser über ihre Terrassen plätschern.
Hier hast du die Qual der Wahl: Entweder steigst du gleich hinunter und nimmst ein erfrischendes Bad im eiskalten Pool des Wasserfalls oder du legst einen kleinen Umweg (300 m) ein und folgst rechter Hand einem Pfad entlang des Flusses. Der kurze Weg durch eine regenwaldartige Umgebung bringt dich zu einem nur wenig besuchtem Schatz: dem Fern Pool. Dieser kleine Badesee ist von Papierrindenbäumen und Baumfarnen gesäumt und bieten seine zwei eigenen kleinen Wasserfälle. Für uns eine der idyllischten Badestellen im ganzen Nationalpark. Nach einem kurzen Bad oder Lunch geht´s wieder zurück zum Ausgang, dem oberen Ende der Fortescue Falls.
Von hier aus kannst du zum Fuß des Wasserfalls steigen, eventuell eine weitere Erfrischung einlegen (es ist schließlich heiß) und anschließend die Dales Gorge bis zum Circular Pool durchwandern (2 km, ca. 2 Stunden). Allein dieser Weg überzeugt mit dem grünsten Grün, zahlreichen Vögeln und rotleuchtenden Gesteinsschichten. Doch es wird noch besser: Du bist durchgeschwitzt und sehnst dich nach einer Abkühlung? Kein Problem, denn am Ende erwartet dich ein weiterer glasklarer Pool. Leg eine Pause ein, iss einen kleinen Snack und erfrisch dich im kühlen Nass, denn im Anschluss erwartet dich ein steiler Aufstieg. Ist dieser geschafft, hast du nichts mehr zu befürchten. Ein einfacher 2 km langer Weg am Rand der Schlucht entlang führt dich zurück zum Ausgangspunkt. Genieß den tollen Blick in die Dales Gorge.



Kalamina Gorge
Highlight: Rock Arch Pool
Die Kalamina Gorge gehört zu den eher weniger bekannten und besuchten Schluchten im Nationalpark. Doch auch sie bietet alles, was man sich wünscht. Der Abstieg dauert lediglich fünf Minuten und schon stehst du vor einem von Farnen umgebenen kleinen Pool samt Wasserfall. Und sollte dir nach mehr zu Mute sein, kein Problem. Für alle Energiegeladenen gibt es einen 3 km langen Weg, der euch in die breite Schlucht hinein führt und am Ende mit dem wunderschönen Rock Arch Pool belohnt (ca. 2-2,5h Hin und Zurück).



Joffre Gorge 
Highlight: Joffre Falls
Auch diese Schlucht macht es dir einfach. In nur fünf Minuten kannst du die Aussichtsplattform in 50 m Höhe erreichen. Der Ausblick auf die Joffre Gorge und die bekannten, in Kurven verlaufenden, Joffre Falls ist spektakulär. Wer allerdings einen näheren Blick auf den Wasserfall werfen will, muss den 3 km langen, steinigen Pfad hinunterklettern. Der Weg ist anspruchsvoll, für Trittsichere aber gut machbar. Das Klettern macht doch den Spaß erst aus. (ca. 2 h Hin und Zurück)



Knox Gorge
Highlights: Pools
Same same, but different. Knox und Joffre Gorge können wunderbar an einem Tag besichtigt werden, da sie dicht beeinander liegen. Auch hier gelangst du in wenigen Minuten zu einem Lookout, der dir einen fabelhaften Blick auf die 100 m hohen Felswände bietet. Kletterst du den etwa 500 m tiefen Abstieg hinunter, gelangst du zu einem kleinen Pool, in dem du dich erfrischen kannst. Von hier aus kannst du entweder nach links bis zum Ende der Schlucht wandern oder du folgst einem kleinen Weg nach rechts und kommst über die breiten Felsterassen zu weiteren Pools.



Weano Gorge
Highlight: Handrail Pool
Diese Gorge ist an sich ein Highlight. Der Weg ist von Anfang bis Ende umwerfend, wenn auch nicht ganz so einfach wie die der vorherigen Schluchten. Hier heißt es, Sachen und wichtige Utensilien wie Handys, Kameras und Schlüssel, am besten im Auto lassen oder in eine wasserdichte Tasche packen. Warum? Je nachdem wie viel es vorher geregnet hat, geht es durch mehrere eiskalte und tiefe Pools. Wir fühlten uns wie richtige Abenteurer.
Der Weg führt zunächst einen Kilometer hinab in die Gorge, danach rechts weiter zum Handrail Pool. Die Schlucht verengt sich, steile Felswände begrenzen einen Bach und man balanciert auf Felskanten über dem Wasser. Der Pfad ist deutlich erkennbar und gibt auch genug Halt. Nur nach Regenfällen könnten die Steine etwas glatt und rutschig sein. Schließlich gelangst du zu einem Metallgeländer (hand rail) und einem Seil, mit deren Hilfe du dich zu dem kreisrunden, von meterhohen Felswänden eingefassten Wasserbecken hinunterlässt.
Diese Gorge musst du gesehen haben!



Hancock Gorge 
Highlight: Kermits Pool
Noch nicht genug? Dann musst du unbedingt zur Hancock Gorge. Der Abstieg in diese Schlucht ist zwar vergleichsweise kurz, aber ebenfalls etwas schwieriger. Über eine Leiter kletterst du ins Innere der Gorge. Unten angekommen führt der Weg links entlang durch eiskalte Pools und schmale Felsen. Am Ende erwartet dich erneut eine Möglichkeit zur Erfrischung. Und zwar eine Richtige, denn auch dieses Wasserbecken ist eiskalt.



Überzeugt? Wenn nicht, dann weiß ich auch nicht weiter. Für uns ist es einer der schönsten Nationalparks, die wir auf unserer gesamten Reise bisher gesehen haben. Und glaub mir, wenn man schon eine Weile unterwegs ist, dann stellt sich manchmal dieses "Hab-ich-schon-gesehen-Gefühl" ein. Doch genau dann, wenn du glaubst schon alles gesehen zu haben, kommt ein besonders schöner Ort und erschüttert diesen furchtbaren Gedanken in seinen Grundfesten. Hallo Karijini Nationalpark.


Solltest du noch einen kleinen Anstupser benötigen, findest du HIER noch weiter Fotos. 


Was meinst du? Bist du auch so verliebt wie wir? Gehört der Karijini Nationalpark in Western Australia auch auf deine To Do Liste? 


Nicki
Australien, 10.11.2015

Kommentare:

  1. Wow! Wollte erst fragen, ob ihr die Bilder von National Geographic geklaut habt. ;)
    Wirklich wunderschön dort und so gut beschrieben, dass ich am liebsten gleich in den Flieger steigen könnte. Liebe Grüße und weiterhin viel Erfolg - hM

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Lieber Henning,
      vielen Dank für dieses tolle Kompliment. Stefan und ich, wir freuen uns riesig darüber.
      Ganz liebe Grüße von uns beiden!

      Löschen
  2. Ihr macht uns die Abreise im Januar dadurch echt schwer! Dann müssen wir eben für Westaustralien nochmal zurück kommen, hihi :). Wahnsinnig tolle Fotos!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Jaja, so ist das, lieber Daniel. Es gibt einfach viel zu viele schöne Orte auf dieser Welt.
      Nächster Urlaub: Western Australia! Ich kann dir noch von sooo vielen tollen Orten hier erzählen :-).
      Ganz liebe Grüße,
      Nicki

      Löschen
  3. Wow, das sieht echt klasse aus! Wieder wunderwunderschöne Bilder!!

    AntwortenLöschen