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24 Stunden im Glück – Ein ganz besonderer Tag auf der Dampier Peninsula

Dampier Peninsula, Australien - Mai 2015 



Was braucht man für einen Tag im Glück? In unserem Fall eine wunderschöne Halbinsel mit abgelegenen und einsamen Stränden, einen kleinen Campervan und Sonnenschein. 
Vorn weg muss ich allerdings gleich eingestehen, dass ich im Titel ein wenig geflunkert habe, denn eigentlich waren es ganze 55 wunderbare Stunden. 



Dampier Peninsula


Die Dampier Halbinsel liegt nördlich von Broome und erstreckt sich in den Indischen Ozean. Von Süden nach Norden wird sie von der Cape Leveque Road durchschnitten, die rund 200km bis zur nördlichen Spitze der Halbinsel, dem Cape Leveque, führt. Straße ist allerdings ein dehnbarer Begriff. So fährt man die erste Hälfte eher auf einer unbefestigte Sandpiste, die in extrem schlechten Zustand sein kann und während der Regenzeit öfter gesperrt wird. Zum Befahren wird ein allradangetriebenes Fahrzeug (4 wheel drive) empfohlen, doch auch unser kleiner Campervan hat uns gut, wenn auch ein wenig durchgeschaukelt, ans Ziel gebracht. Es bedarf einfach ein wenig Geduld und Muse. Der Aufwand, eine Anfahrt von ca. drei Stunden und jede Menge roter Staub im Fahrzeug, lohnt sich auf jeden Fall.


Cape Leveque

Unser Gerdi* hatte es also geschafft. Auch wenn es uns ein wenig länger gedauert hat, wir waren angekommen. Badehose an und ab an den Strand. Ähm, Verzeihung, an die Strände. Die schmale Landspitze Cape Leveque wartet nämlich mit einer Besonderheit auf: Einen östlichen Strand, an dem man wunderbar den Sonnenaufgang genießen kann und einen westlichen, der einen fantastischen Ort für ein Picknick bei Sonnenuntergang bietet. 

Gesagt, getan. Ab zum Oststrand. Für den Sonnenaufgang waren wir zwar ein wenig zu spät, – da hätte man wohl etwas früher aufstehen müssen :-) – doch auch Baden konnte man hier wunderbar. Die Umgebung ist unendlich schön. Ein langer weißer Sandstrand mit türkisblauem Wasser und malerischen Steinen, die aus dem Meer ragen. Nur ein paar Schritte und man konnte sich in einer einsamen Bucht verstecken. 

Nur ein einziges Mal blieb mir das Herz stehen. Als ich im Ozean planschte und nur wenige Zentimeter vor mir eine Flosse aus dem Wasser ragte. Wie angestochen sprang ich ans Ufer, um von den lachenden Menschen um mich herum darauf hingewiesen zu werden, dass ich gerade vor einem Delfin ausgerissen war. Und tatsächlich, plötzlich tauchte ein ganzer Schwarm Delfine auf, der durch das Meer zog. Unglaublich. 

Die Sonne ging langsam unter und so packten wir unsere Siebensachen zusammen und wanderten zum Weststrand. Was soll man sagen? Rote Sandsteinklippen ragen hoch aus dem weißen Sandstrand am blauen Ozean. Wunderschön. Dazu taucht die untergehende Sonne alles in ein leuchtendes Rot.




Middle Lagoon 

Auf unserem Rückweg – rüttel, schüttel und klapper – hielten wir an einer weiteren Bucht Middle Lagoon. Was für ein Glück! Denn hier verbrachten wir ein paar ganz besondere Stunden. Unsere 24 Stunden im Glück.

Was war so besonders an diesem kleinen Küstenstreifen? Das touristische Highlight ist ohne Frage Cape Leveque. Die Strände sind nicht ganz so weiß, das Meer nicht ganz so blau und die roten Sandsteinklippen fehlen. Doch dieser kleine Ort hatte etwas Magisches für uns. Eine Oase der Ruhe. Der kleine Campingplatz war aufgrund der Nebensaison – und sicher auch wegen der anstrengenden Anfahrt - fast völlig leer. Und so ergatterten wir einen Logenplatz direkt auf der vordersten Sanddüne mit Meerblick und eigenem Strandzugang. Wir konnten unser Glück kaum fassen. Hier standen wir nun und blickten auf das ruhige Wasser. Wir Zwei. Hand in Hand. Glücklich.

Der Tag verstricht quasi ereignislos. Doch gleichzeitig war er so besonders, dass ich ihn wahrscheinlich nie vergessen werde. Wir schwammen im Meer, tobten uns beim Beachball aus und gammelten in der Sonne. Als sich der Tag dem Ende neigte, wurde ein Lagerfeuer entfacht, Backkartoffel bruzelten in der Glut und der Knüppelteig duftete köstlich. 

Am nächsten Morgen standen wir mit dem Sonnenaufgang auf. Jeder ging seiner Wege. Stefan angelte im aufgehenden Sonnenlicht, während ich tiefenentspannt meinen Yogaübungen nachgehen konnte. Es war perfekt. Wir konnten einfach Sein. 

Ja, wir hätten länger bleiben können. Doch irgendwie gefiel mir die Idee dieser besonderen 24 Stunden. Und die wollte ich nicht kaputt machen, sondern so in Erinnerung behalten wie sie waren.

*Name unseres Campervans


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